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MusicBox 2.0 – Workshop in Leonberg
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MusicBox 2.0 – Workshop in Leonberg


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Ganzheitliche Unterrichtsmethode für den Klassenunterricht von Christian Billian und Volker Rausenberger

 

Wenn ein Komponist („Hip-Hop-Turm“) und Gitarrist, sowie ein Akkordeonist im Rahmen eines Kompositionsauftrags (Hohner Konservatorium, Musik Meyer, Hohner und DALV) ein Unterrichtswerk für das Klassenmusizieren entwickeln, darf man auf das Ergebnis gespannt sein, und – gleich vorweg – es ist außergewöhnlich.

Das Konzept basiert auf der Entwicklung der grobmotorischen Koordinationsfähigkeit, unter Einbeziehung aller denkbaren Klangmöglichkeiten des Akkordeons. Das Akkordeon und der eigene Körper dienen als Instrument, an dem sogenannte Rhythmus-Chunks erlernt werden. Das sind elementare Rhythmusbausteine, die mit Tiernamen und Klangaktionen verknüpft sind. Aus diesen Bausteinen werden Lieder entwickelt, die Schritt für Schritt auf die Manuale des Akkordeons übertragen werden. Begleitet wird dieser Prozess durch die „Musikwerkstatt“, in der die Notation thematisiert wird, sowie dem „Sammelsurium“, einer Sammlung von flexibel einsetzbaren Fingerübungen.

Locker und unverkrampft begegnen die Schüler dem - doch etwas unhandlichen Instrument - Akkordeon und s p i e l e n (im wahrsten Sinne des Wortes) mit ihm. Fünf Chunks sind die Ausgangsbasis für sofortiges lustvolles Musizieren, ohne lange Erklärungen. Das Akkordeon wird von Anbeginn in seiner Gesamtheit verwendet und nicht auf eine bestimmte Ausgangslage oder Tonart reduziert. Dies ist ein entscheidender Punkt für den unkomplizierten Einstieg, in dem Fehlhaltungen oder –stellungen gar nicht erst entstehen können.

Die Kinder lernen schnell und können eigene Stücke oder Begleitungen erfinden. Durch das ausgefeilte Konzept der Urheber gibt es zu allen Spielstücken ein oder mehrere Begleitvorschläge, die das klangliche Gruppenergebnis deutlich aufwerten. Somit besteht jederzeit die Möglichkeit, viele Kinder gleichzeitig zu beschäftigen. Das ist ein zentraler Punkt für das Klassenmusizieren. Durch den hohen Spaßfaktor bewältigen die Kinder die – meist schon schwierigen - Anforderungen, die das Gruppenmusizieren verlangt auf lockere und spielerische Weise. Sie sind nicht nur Ausführende, sondern Erfinder, Solisten, Dirigenten und Komponisten. Gerade in größeren Gruppen ist die Synchronisierung ein Hauptproblem. Sie kann hier von den Kinder selbst übernommen werden, der Lehrer taucht in die Rolle eines aktiven Mitspielers ab und übernimmt die Führung nur dann, wenn es nötig wird.

Mit viel Liebe zum Detail und erstaunlich vielen Korrelationen wird dem gehirnpsychologisch wichtigen Aspekt der Wiederholung Rechnung getragen. Neue Inhalte werden in verschiedensten Darstellungen eingeführt, um möglichst alle Sinne anzusprechen und die Motivation der Kinder immer wieder anzukurbeln.

Die rhythmisch-melodische Interaktion in der Gruppe ist der Schlüssel zum Erfolg in der Arbeit mit der „MusicBox“. Die Schüler gestalten den „Unterricht“ selbst kreativ und experimentell mit. Dadurch fühlt sich jedes Individuum als wichtiger Teil der Gesamtgruppe, was die sozialen Kompetenzen positiv beeinflusst.

 Die „MusicBox“ ist für mich eine radikale Erneuerung der Akkordeonmethodik auf der Grundlage neuester Erkenntnisse im Bereich der Lernwissenschaften. Sie bietet ganz neue Ansatzpunkte, erfordert aber auch ein Umdenken des Lehrers (Lehrerheft verfügbar). Sie ist erhältlich für MII und MIII, sowie Klavier und Xylophon (als optionale Zusatzinstrumente) über den Spielraum Musikverlag, Freiburg. Alle Fassungen sind kombinierbar. Die „Musicbox“ gibt es im Moment in der sogenannten Arbeitsfassung 2.0. Die Autoren bieten Workshops und Seminare an, in denen das Material vorgestellt wird, bzw. die Erfahrungen der Kollegen mit dem Material reflektiert werden. Somit können Verbesserungen für die endgültige Version noch eingearbeitet werden.

Maic Widmann

 
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